Eine Website, die auch für die Darstellung auf mobilen Endgeräten optimiert wurde, sollte heutzutage eigentlich selbstverständlich sein. Ganz besonders, wenn die Seiten als essentieller Bestandteil eines Businessmodels gedacht sind. Wirkt die Bedienung per Smartphone stattdessen wie ein schlechtes Geschicklichkeitsspiel, kann das mehrere Gründe haben.

  1. Der Seitenbetreiber schwelgt gerne in der Vergangenheit. Eine Zeit, als Miami-Vice-Sakkos noch cool waren und „mobile Kommunikation“ Autotelefone, so groß wie Auspuffanlagen, meinte.
  2. Der Seitenbetreiber ist ein Sadist, der seine Kunden wissentlich quält. Selbst große Unternehmen der Tech-Branche können dieser Kategorie angehören. Wir möchten keine Namen nennen, werden uns aber zukünftig von Microsofts Support-Webseiten fernhalten.
  3. Der Seitenbetreiber ist pleite und kann sich kein Update leisten. Erkennt man auch daran, dass sein aktuellster Beitrag die Überschrift trägt: „Was ist dran am Y2K-Bug?“
  4. Der Seitenbetreiber hat wichtigeres zu tun, als sich um dieses doofe Internet zu kümmern. Schließlich handelt es sich dabei um eine Erfindung der Freimaurer, die bald wieder ins Geheime abtaucht.

Mobile Optimiert

Letztlich ist der Grund für eine schlecht optimierte Seite völlig egal. Am Ende bleibt immer ein negativer Eindruck. Erinnert Euch an das erste Treffen mit den Eltern Eurer Freundin, bzw. Eures Freundes! Ihr habt versucht, euch von der besten Seite zu präsentieren. Ihr habt’s nicht gemocht, aber ihr habt euch Mühe gegeben. So ist das mit dem Rausputzen der Website auch.

Okay, das Bild hängt einigermaßen schief, aber um des Gedanken willen: Stellt Euch vor, eure potentiellen Kunden wären potentielle Schwiegereltern. Vielleicht findet ihr die insgeheim ätzend, deswegen hängt ihr lustlos im Eck mit Eurer Website, breitbeinig auf dem Sofa und Kaufgummi kauend. Vielleicht seid ihr aber auch nur unsicher und wollt cool rüber kommen. Nun, wie ihr rüber kommt, das ist: „unverschämt“.

Reißt euch zusammen! Und wenn ihr es nicht für euch selbst tut,  tut es wenigstens für Euren Schatz, nennen wir ihn Google. Denn Eurem Schatz ist es wichtig, dass ihr einen guten Eindruck macht. Wenn das nicht läuft, läuft nachher gar nichts mehr. Ihr versteht?

Googles mobile Nutzerfreundlichkeits-Offensive startet

Tatsächlich achtet Google sehr streng darauf, ob ihre eure Kunden rundum glücklich macht oder nicht. Die Suchmaschine versendet mittlerweile sogar E-Mail-Warnungen mit der Überschrift „Beheben Sie Probleme der mobilen Nutzerfreundlichkeit“. Die Schonzeit ist also vorbei und fehlende Mobile-Optimierung kann zu gravierenden Ranking-Einbrüchen führen. Laut dem Magazin „Website Boosting“ soll Google sogar planen, entsprechende Websites in den Suchergebnissen mit einem Warnzeichen zu versehen. Damit Mobile-Surfer gar nicht erst auf die Idee kommen, Links zu schlecht optimierten Seiten anzuklicken.

Seiten, die nicht für Mobile optimiert sind, werden von Google also mit digitaler Stigmatisierung bestraft. Der Search-Riese muss zu diesen Mitteln greifen, weil viele Seitenbetreiber nicht aus den Puschen kommen. 2014 betrug der Anteil mobiler Geräte an allen Seitenaufrufen in Europa knapp 19 Prozent. Je nach Branche und Thema liegt der Anteil weit höher. Und die Kurve zeigt auch im Schnitt weiter nach oben.

Am Ende ist die Sache ganz simpel: Wer heute auf mobile Nutzerfreundlichkeit verzichtet, der verzichtet auf Teile vom Umsatz. Wer morgen auf mobile Nutzerfreundlichkeit verzichtet, hat vielleicht gar keinen Umsatz mehr.