Gemeinschaft der SEO-Sünder: Die Bad Neighbourhood

In einer schlechten Nachbarschaft („Bad Neighbourhood“) möchten Sie nicht wohnen. Weder im realen Leben, noch mit Ihrer Website im Internet. Sie kennen das vom klassischen E-Mail-Spam: Zwielichtige Gestalten versuchen, Ihnen etwas zu verkaufen, das die Sorgen kleiner und die Geschlechtsteile größer machen soll und mit ein wenig Glück bietet Ihnen ein nigerianischer Prinz gegen eine Schutzgebühr sein Vermögen an. In der Regel sind Sie besser beraten, Abstand zu halten.

Nicht immer ist das Vorgehen der SEO-Sünder so offensichtlich: Webspam geschieht etwa durch unzulässig aufgebaute Links, durch Linkkauf oder Linktausch. Oder Bewohner der Bad Neighbourhood versuchen gar in böswilliger Absicht, Ihnen durch Verlinkungen auf Ihre Seite zu schaden. Dann wiederum kann Sie bereits das Hosting auf einem geteilten Server mit in die Bad Neighbourhood hineinreißen, wenn sich darauf Websites befinden, die gegen Richtlinien von Google oder anderen Suchmaschinen verstoßen. Besonders dann, wenn sie dafür schon Bestrafungen („google penalties“) erhielten. Vielleicht bringt Google ihre Webseiten mit solchen Angeboten in Verbindung – ohne dass Sie etwas davon ahnen. Wie der Googlebot tickt, erfahren Sie in unter dem angegebenen Link.

Wie entstehen Verbindungen zu einer Bad Neighbourhood?

Eine Verbindung zur Ihrer Website wird dann hergestellt, wenn Verlinkungen auf Ihre Website führen, die von Seiten in der Bad Neighbourhood stammen – oder umgekehrt. Das passiert natürlich ungefragt und teils willkürlich: So wollen Website-Betreiber ziel- und zügellos einfach nur ihre Popularität steigern. Wenn das passiert, dürfen Sie nicht erwarten, dass der Besitzer dies gutwillig und Ihrer Beschwerde vorauseilend wieder bereinigt. Oft passiert das nämlich mit purer Absicht. Die Nähe zu „schlechten Nachbarn“ wirkt sich dann womöglich negativ auf das Suchmaschinen-Ranking Ihrer Website aus. Dafür sorgen die SEO-Sünden der benachbarten Seitenbetreiber: Beispielsweise auch eine zu hohe Keyword-Dichte aufgrund von Keyword Stuffing oder gezieltes und bezahltes Link Building. IP-Adressen, Domains oder Server bestimmen nicht, wer Ihre Nachbarn sind, sondern die Qualität. Halten Sie den digitalen Nachbarn aus der Bad Neighbourhood also auf Abstand, bevor er Ihren Vorgarten ruiniert und das Grundstück unattraktiv macht. Dazu gilt es allerdings zunächst herauszufinden, ob Sie mit einer schlechten Nachbarschaft in Verbindung stehen. Das ist oft nicht ohne Weiteres erkennbar. Ohne es zu ahnen, hängen die Seiten dann wie ein Betonklotz an den Füßen Ihrer Website.

Welche Seiten zählen zur Bad Neighbourhood?

Die sogenannten „drei Ps“ sind in den Augen Googles unwillkommene Nachbarn: „Pills, Porn und Poker“. Sie sollten Sie ihr Grundstück im Internet nicht von Rausch-Pharmazeuten, silikonhaltigen Gunstgewerblerinnen und Glücksspielern belagern lassen. Websites mit Erotikinhalten sowie Glücksspiel und typische Pillenangebote zur vermeintlichen Potenzsteigerung stehen nämlich häufig in Verbindung mit Spam – und das mag Google gar nicht. Das mag eigentlich niemand, außer hungrige Virenscanner. In einer Nachbarschaft mit hoher Kriminalitätsrate, in diesen Fällen meist Kreditkartenbetrug und irreführende Werbemaßnahmen, wollen Sie sich nicht niederlassen, stimmt’s?

Auch andere Seiten werden von Suchmaschinen als „schlecht“ eingestuft. Dazu zählen etwa Websites mit massenhaft gekauften Backlinks, welche den Google-Algorithmus austricksen und ihm vorgaukeln sollen, die Website sei aufgrund der künstlichen Verlinkungen beliebter als sie es tatsächlich ist. Irreführende Verlinkungen, Urheberrechtsverletzungen, Cloaking und viele andere Methoden des Blackhat-SEO werden von Google bestraft und haben unter Umständen eine Einstufung in die Bad Neighbourhood zur Folge.

So geraten Sie nicht eine Bad Neighbourhood

Was Sie tun und beachten müssen, um nicht in eine schlechte Nachbarschaft zu geraten? Kurz gesagt: Halten Sie sich an die Qualitätsrichtlinien zur Suchmaschinenoptimierung von Google. Mit einigen Grundprinzipien sind Sie von sich aus auf sicherer Seite: Erstellen Sie Ihre Website in erster Linie für Nutzer, nicht für Suchmaschinen und vermeiden sie Tricks, um das Ranking mit allen Mitteln zu verbessern. Auch sollte Ihre Website natürlich Alleinstellungsmerkmale aufweisen und sich von anderen Websites in ihrem jeweiligen Bereich abheben. Eine Tourismus-Website sollte sich also nicht 1:1 lesen wie jede andere. Individualität ist das Stichwort.

Es kann allerdings auch passieren, dass Sie unbeabsichtigt und ohne eigenes Verschulden in eine Bad Neighbourhood geraten. Bei einer Ghettoisierung der Web-Nachbarschaft müssen Sie selbst aktiv werden und die digitalen Nachbarn unter Kontrolle halten. Zum Beispiel dann, wenn „schlechte“ Websites auf Ihre verlinken, ohne dass Sie dies möchten. Um zu vermeiden, ungewollt in diese Nachbarschaft hineingezogen zu werden, sollten Sie Ihr Backlinkprofil immer genau im Blick haben. Dafür gibt es verschiedene „Backlink Checker“, die Ihnen teils kostenlos eine Aufstellung aller Backlinks auf Ihrer Website anzeigen. Fallen Verlinkungen von unerwünschten Websites auf Ihre eigene auf, können Sie entweder deren Webmaster kontaktieren und um die Entfernung des Links bitten oder aber Backlinks für ungültig erklären – und das direkt bei Google. Spielen Sie ab und zu einfach mal Nachbarschaftswache.


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