Wie Social Media ist die Metropolregion? (Teil 2: Fürth)

Fürth.de

In Episode 2 unseres dreiteiligen Social Media-Checks nehmen wir die Kleeblattstadt Fürth unter die Lupe. Dabei verzichten wir auf Benchmarking-Tools und Marketing-Blabla, sondern konzentrieren uns bei der Bewertung auf den gesunden Menschenverstand. Wie attraktiv ist Fürths Social Media-Angebot für die Bürgerinnen und Bürger? Wie die große Schwester Nürnberg abgeschnitten hat, könnt Ihr übrigens HIER nachlesen.

Das kann Fürths Facebook-Seite

Die Facebook-Präsenz trägt den Namen „Fürth.de“ und wurde zum Zeitpunkt unseres Checks von 5.997 Personen gelikt. Fürth hat fast 120.000 Einwohner, aber nicht mal 6.000 Facebook-Fans. Nürnberg hat 86.913 Likes und etwa 511.000 Einwohner. Im Durchschnitt hat also nur jeder 20. Fürther auf „Gefällt mir“ geklickt, während in Nürnberg durchschnittlich jeder 6. Bürger ein FB-Fan ist. Könnte es vielleicht sein, dass in Fürth ein höheres Durchschnittsalter herrscht? Oder: Definiert Nürnberg mehr als Fürth auch Touristen als Zielgruppe?

Oder liegt es einfach an der User-Ansprache? Hier fällt sofort ein Unterschied auf: Während Nürnberg seine Facebook-Fans eher freundschaftlich anspricht und auch mal locker flockige Themen ins Spiel bringt, kommt Fürths Facebook-Präsenz extrem trocken rüber. Ein paar Überschriften der vergangenen Tage: „Wirtschaftsminister besuchte Kleeblattstadt“, „Weltmachtambitionen und Kriegsausbruch“ oder „Broschüre Stadtspaziergänge neu aufgelegt“. Lange Texte sind auf Facebook sowie so nicht wirklich beliebt, da man auf das unbeliebte „weiterlesen“ klicken muss. Fürths Facebook-Schreibe wirkt eher  wie eine Pressemitteilung. An manchen Tagen werden übrigens gleich mehrere Posts veröffentlich, doch ein Blick auf die Pinnwand verrät, dass zwischen den Updates auch mal eine Woche liegen kann.

Kommunikation mit den Usern

Auf vielen Facebook-Seiten findet sich ein Bereich namens „Beiträge auf der Seite“. Hier können Besucher Feedback geben, Fragen stellen und so weiter. Fürth hat diese Funktion deaktiviert. Ist ja auch viel bequemer und spart Arbeit ;-). Um eine Frage zu stellen, muss man Fürth.de eine private Nachricht senden. Das haben wir getan, doch zwei Tage später warteten wir immer noch. Unzufriedene User, die öffentliche Kritik äußern möchten, weichen deshalb auf den Rezensionsbereich aus. Obwohl dieser ausschließlich für Bewertungen gedacht ist, finden sich dort Beiträge wie „Wir sind eine Hobbyfussballmanschaft, die immer nach neuen aktiven Leuten sucht, die sich sportlich betätigen wollen.“ oder „Macht endlich was mit der Südtangenten Auffahrt von der Schwabacher Str. (Burger King) Richtung Dambach!!!!“

Das kann Fürths Twitter-Seite

Auch nach einer ausgiebigen Suche konnten wir keine offizielle Twitter-Präsenz ausfindig machen. Die Stadt Fürth verweist auf ihrer Facebook-Seite ebenfalls nur auf das Facebook-Konto. Schade.

Was bei Google+ und Instagram passiert 

Nicht nur Twitter wird von der Stadt Fürth nicht genutzt – auch bei Google+ und Instagram passiert gar nichts. Das ist schade, denn die sozialen Netzwerke werden von Fürthern ausgiebig genutzt, die Hashtag- und User-Suche spuckt eine ordentliche Zahl von Ergebnissen aus.

Wie schneidet Fürth unterm Strich ab?

Im Vergleich zu Nürnberg schneidet Fürth deutlich schlechter ab. Bei Social Media beschränkt sich die Kleeblattstadt auf Facebook und das auch nur halbherzig. Fehlt das Budget? Herrscht ein Mangel an Personal? Oder Know-how in diesen modernen Sachen? Sicherlich bleibt auch bei Nürnbergs Social Media Luft nach oben, aber man gibt sich Mühe, während Fürth schon am Start die Segel streicht. Unsere Sicht: Die direkte Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern ist eine Chance, keine Bürde. Liebe Kollegen in Fürth — wenn Ideen willkommen sind, nur kurz durchklingeln!

Markenlebendigkeit aus dem digitalen Raum.


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