Franken

Eloguent [sic!], herzlich, weltoffen

Der Franke an sich ist ein ganz spezieller Typ Mensch, hier würde man sagen „einfach a subber Dübb!“. Weltgewandt und herzlich, eloquent und offen für Neues. Glaubt ihr nicht? Hier zehn gute Gründe, die für die Franken sprechen:

Die fränkische Flagge. Foto: T. Reinel

Die fränkische Flagge. Foto: T. Reinel

Unser „königliches“ Know-how

Wir Franken sind ja verkappte Könige. Schon vor 1.500 Jahren hat uns schließlich halb Europa gehört, die Franzosen stammen quasi von uns ab. Von Frank-furt bis zum Schweizer Franken – überall findet man unsere Spuren. Würde man uns lassen – wir würden unsere liebenswürdige, friedfertige Mentalität in die Welt hinaustragen und alles frankonisieren. Mei, wär des schee!

Unsere Selbstständigkeit

Aus dem Freistaat Bayern macht der Franke gerne ein „frei statt Bayern“ (nennt uns bloß nie Bayern, des simmer net!). Den Nikolaus nennt man bei uns Pelzmärtel. Und ein Leberkäsbrötchen ist bei uns schlicht ein LKW. Man sieht also: Wir sind selbstständig – zumindest sagt man uns das nach. Und weil wir so selbstständig sind, haben wir seit 2006 sogar einen „Tag der Franken“: am 2. Juli.

Unser gesundes Essen

Die Weltbevölkerung wird immer dicker. Nur bei uns Franken da purzeln die Pfunde. Fettarme Bratwürste, vitaminreiche Schäufele, leichte Lebkuchen, kalorienarmes Bier – wer da zunimmt, bei dem stimmt irgendwas mit der Verbrennung nicht. Obst und Gemüse – ja klar, a bissl an Apfel-Kren zu die Broadwöschd oder a Blaugraud zum Schäufela. Haubdsach a weng a Fleisch.

Gesunder Snack für zwischendurch: Drei im Weggla.

Gesunder Snack für zwischendurch: Drei im Weggla.

 

Unser Sex-Appeal

Der Franke an sich ist von stattlicher Gestalt. Schon Goethe stellte fest, dass sein Gesicht von edler Einfalt und stiller Größe zeugt. Sein Engelshaar fällt (wie beim „Grisdkindla“) auf seine starken Schultern, den Blick hält er stets heroisch in Richtung Fotoapparat (siehe Albrecht Dürer). Als Beispiele für fränkische Eleganz und Stilsicherheit seien hier nur exemplarisch unsere Exportschlager Dirk Nowitzki und Thomas Gottschalk genannt. Noch Fragen? Nein? War ja klar!

Steht exemplarisch für den fränkischen Sexappeal: unser unterfränkischer Exportschlager Dirk Nowitzki. Foto: Keith Allison

Steht exemplarisch für den fränkischen Sexappeal: unser unterfränkischer Exportschlager Dirk Nowitzki. Foto: Keith Allison

Unser überdurchschnittlicher IQ

Nach vier Maß Bier eine schwierige Rechenaufgabe lösen? Das internationale Schickimicki-Show-und-Fußball-Parkett erobern mit eher mäßigen Kenntnissen der englischen Sprache? Für einen waschechten Franken: Kein Problem! Siehe Rechengenie und „indernäschänäl“ Wortakrobat Lothar Matthäus.

Unsere bahnbrechenden Erfindungen

Was wäre die Welt ohne uns? Kein Mensch käme pünktlich zur Arbeit, geschweige denn zu seiner eigenen Hochzeit – hätte der Franke Peter Henlein nicht die Taschenuhr erfunden. Noch heute müssten Frauen kratzige Strumpfhosen und langweilige Röcke, Männer langweilige Anzughosen tragen – hätte der Franke Levi Strauss nicht die Jeans entdeckt. Und die Fußballer und Sportler dieser Welt – sie müssten nackig übers Spielfeld hetzen. Hätte das schöne Frankenland nicht die Sportswear-fabrizierenden Brüder Rudolf (Puma) und Adolf Dassler (Adidas) hervorgebracht.

Alle Welt trägt Levi's Jeans. Und die kommen aus – Franken! Foto: Roy Luck

Alle Welt trägt Levi’s Jeans. Und die kommen aus – Franken! Foto: Roy Luck

Unser schäiner Dialeggd

Eine globale Weltsprache wird im Allgemeinen als „Lingua franca“ bezeichnet. Klingelt’s? Englisch als Weltsprache hat ausgedient, jetzt ist Fränkisch an der Reihe.  Is eh viel schöner. Hier ein kleiner Sprachkurs:

  • Durst = Dorschd
  • Unsinn = Gschmarri
  • Krimskrams = Glumb
  • Frosch = Fruusch
  • Ein süßes Kind (bzw. eine wuchtige Dame) = Waggala
  • Alkoholrausch = Seiher

Und, für die Fortgeschrittenen jetzt noch ein schlauer Spruch zum Schluss: Franggn is dou, wou die Hasen Hoosn und die Hosen Huusn haaßen. Alles klar?

Unser Heldenmut

Warum wir „Franken“ heißen? Na, logisch – weil’s viel besser klingt als „Bayern“. Außerdem: Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und heißt nichts Geringeres als „die Mutigen“. Wir fürchten uns weder vor dem völligen (wenn auch nur zeitweisen) Verlust der Muttersprache durch exzessiven Biergenuss, noch vor einem Kilo Fleisch auf dem Teller. Eigentlich gibt’s nur eins, was einem Franken schon in Kindertagen Angst macht: der Nachtgiger!!!

Unsere legendäre Herzlichkeit

Franken verschwiegen, stur und unfreundlich? Pahhh! Unsere Liebesausbrüche sind wahre Naturkatastrophen, selten aber fatal. Zum Wohle aller haben wir daher beschlossen, unsere Herzlichkeit gekonnt zu dosieren. Als Beispiel seien hier die Kosenamen genannt, die sich fränkische Eheleute gerne geben. Der Mann nennt seine Liebste da wahlweise schlicht „Fraaaa“, „Schnalln“, „Sumpfhenna“ oder „Gratzberschdn“. Umgekehrt heißen fränkische Ehemänner gerne mal „Debb“, „Windbeidl“ oder auch „Hundsgribbl, elendicher“.

Freibier für alle!

Wer ohne Bier nicht leben kann, der sollte es sich mit den Franken nicht verscherzen. Denn: Wir sitzen an der Quelle! Die größte Brauereidichte der Welt die herrscht nämlich in Oberfranken. Kein Wunder also, dass es sogar in unserer inoffiziellen Frankenhymne feuchtfröhlich zugeht:

Hoiho, die Pforten brech ich ein
und trinke, was ich finde.
Du heil’ger Veit von Staffelstein,
verzeih mir Durst und Sünde.
Valeri, valera, valeri, valera,
verzeih mir Durst und Sünde!