Fürth

Hohe Denkmal-Dichte, viel Kultur

Dumme Witze über Fürth, die kleine Nachbarstadt zu reißen, gehört für uns Nürnberger schon fast zum guten Ton. Doch wir möchten hier und heute eine Lanze brechen für die Kleeblattstadt, die sich an den Westen Nürnbergs “schmiegt”.

Knapp 120.000 Einwohner zählt die Wissenschafts-Stadt mit dem Kleeblatt im Wappen, die trotz ihrer überschaubaren Größe viel zu bieten hat: Konzerte und Messen in der Stadthalle, der Wochenmarkt auf der Fürther Freiheit, Bildung im Jüdischen Museum, Wellness im Fürthermare oder auch Kabarett in der Comödie. Die ist nicht zuletzt wegen der Fürther Urgesteine und Witzbolde Volker Heißmann und Martin Rassau weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

17 Denkmäler pro 1000 Einwohner

Im Gegensatz zu Nürnberg wurde Fürth im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise wenig zerstört. Sie begeistern sich für Architektur? Na dann los! Bei einem Spaziergang durch Fürth wird schnell klar – hier gibt es eine immense Zahl an Baudenkmälern: Auf 1000 Einwohner kommen 17 Denkmäler!  Fürth zählt somit zu den sechs besterhaltenen deutschen Großstädten neben Leipzig, Dresden, Regensburg, Heidelberg und Oldenburg.

Nicht zu übersehen, weil quasi schon ab der Stadtgrenze sichtbar, ist der 55 Meter hohe Turm des Fürther Rathauses. Er gilt – neben dem Kleeblatt natürlich – als Wahrzeichen der Stadt und wird zu besonderen Anlässen, wie etwa der Michaelis-Kirchweih, aufwendig beleuchtet.

Wahrzeichen der Stadt: das Rathaus – und vor allem der Turm. Foto: Magnus Gertkemper

Wahrzeichen der Stadt: das Rathaus – und vor allem der Turm. Foto: Magnus Gertkemper

Im Zentrum der Stadt – ja, wo auch sonst? – findet sich der Marktplatz, der von eindrucksvollen Fachwerkhäusern gesäumt wird. Auch heute noch gilt er als beliebter Treffpunkt von Einheimischen und Besuchern. Die drängeln sich gern mal um den Gauklerbrunnen, der mitten auf dem Platz „thront“.

Mitten auf dem Fürther Marktplatz steht der Gauklerbrunnen. Foto: September9

Mitten auf dem Fürther Marktplatz steht der Gauklerbrunnen. Foto: September9

Mega-Event: die Michaelis-Kirchweih

Die ist bei Fürthern, Besuchern und Touristen gleichermaßen beliebt. Kein Wunder: Sie ist die größte Straßenkirchweih Bayerns, lockt jährlich rund 1,5 Millionen Menschen an und der Erntedank-Festzug wird vom BR live übertragen. Ein Ärgernis bzw. ein Hindernis ist die Kärwa für Autofahrer: Die B8 wird wegen des bunten Treibens zum Teil gesperrt, so dass sich dann auf einer Fläche von rund 42.000 Quadratmetern keine Autos, sondern dann Fahrgeschäfte, Biergärten und gemütliche Schankbuden aneinander reihen. Besonders beliebt sind auch die zahlreichen Händler und Marktschreier, die die komplette Palette von Haushaltsartikeln über Bekleidung bis hin zu Lebensmitteln anbieten.

Ein weiterer Höhepunkt im Veranstaltunskalender, das zweimal im Jahr Zehntausende – auch aus dem Umland – nach Fürth lockt, ist der Grafflmarkt. Dieser Trödelmarkt ist wahrscheinlich auch deshalb so beliebt, weil man hier nicht nur Graffl (auf hochdeutsch etwa Krimskrams, Plunder), Seltenes, Kurioses oder auch Nützliches findet, sondern auch nebenbei  noch fast die komplette Fürther Innenstadt erkunden kann.

Hier, in der Comödie Fürth, wird an 300 Tagen im Jahr gelacht. Fotorechte HIER

Hier, in der Comödie Fürth, wird an 300 Tagen im Jahr gelacht. Fotorechte HIER

Spielt das Wetter mal nicht so mit, gibt es auch „Indoor“ einiges in Fürth zu entdecken – zum Beispiel die Museen. Vom Jüdischen Museum über das Rundfunkmuseum bis zum Stadtmuseum Ludwig Erhard (benannt nach Fürths wohl bekanntestem „Sohn“). Hier erfährt man Wissenswertes über die Geschichte der Stadt, aber auch kulturelle oder sportliche Themen werden hier behandelt.

Fazit: Wem in Fürth langweilig wird … dem können wir leider auch nicht helfen!